Die Grenzwanderung zu Luxemburg starten wir in Dillingen an der Sauer beim Nachbarn, im Canton Echternach (Beaufort). Es wird „eifelig“, denn durch den Wald wandern wir von ca. 172m hinauf zur Kreuzlay, wo wir bei ca. 410m den höchsten Wanderpunkt der Runde haben. Interessante Felsformationen und Aussichtspunkte finden sich auch auf dem Rückweg.
Los geht’s beim Nachbarn. Hier in Dillingen an der Sauer streckt sich ein Campingplatz aus, wo wir parken können und der erste und letzte Weg über den Friedhof führt. Südlich von uns formt die Sauer ein schlankes Knie. Die Sauer bildet die natürliche Grenze Luxemburg/Deutschland, bis sie bei Wasserbillig und Wasserbilligerbrück in die Mosel mündet. Der Fluss ist auch bei Kanu- und Kayak-Fahrern beliebt.
Wir sehen die Sauer-Brücke zwischen den Ländern. Die Kreisbogenbrücke aus Stahlbeton mit Ziegelsteinverkleidung ist von 1952 und ersetzt eine Brücke von 1888, die 1944 kriegerisch zerstört wurde. Wenn wir auf der deutschen Seite sind, ist dort in der Gemeinde Wallendorf das Naturdenkmal Tränenlay. Das ist eine Kalksintergrotte, wo die Kalkablagerungen interessante Formationen gebildet haben. Wenn Niederschlag durch dicke Sandsteinschichten sickert, wird Kalk aus dem Gestein gelöst. Sobald das „Kalkwasser“ heraustritt, verdunstet die darin enthaltene Kohlensäure und auch das Wasser, so dass Kalksinter (Kalktuff) verbleibt und sich steinern absetzt.
Wir wandern durch den Wald aufwärts. Nach 1,1km etwa öffnet sich die Uhrzeigersinnrunde. Es geht zum Grenzstein, dem Maria Theresienstein. Ende des 18. Jahrhunderts ließ die Kaiserin Maria Theresia von Österreich und Herzogin von Luxemburg das Land vermessen und ein großer Stein wurde aufgestellt. Wo der Doppeladler die Flügel streckt, war das „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“, mit der Echternacher Reichsabtei. Gen Westen war das Gebiet der Grafen von Vianden.
Nach gut 2,8m sind wir auf der Kreuzlay der Gemeinde Bollendorf, mit Kreuz und Blick ins Tal mit Bollendorf an der Sauer. Nach einer aussichtsreichen Rast wandern wir wald- und felsbegleitet zur Lingelslay mit herrlichem Blick über den Grenzfluss. Man wäre ja nicht in der Eifel, würde nicht noch ein wenig Sage auf uns warten: die Muhmenlay mit der Felsspalte, die zu einer Höhle führt, in der vor rund 300 Jahren eine alte Muhme (Kräuterhexe) gelebt haben soll, die die Bollendorfer mit Heilkräutern belieferte. Wo Hexenwerk, ist auch ein Prediger nicht weit – zumindest kommen wir Kontakt, beim Aussichtsplateau Predigtstuhl. Kurz drauf schließt sich die Runde und wir kommen über die Sauer-Brücke zurück.
Bildnachweis: Von Jambenjac [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons
Eine super Tour von - netto- noch 12km durch die bizarre Felsenlandschaft bei Bollendorf/Sauer. Das ganze auf meist schmalen, weichen Waldpfaden,...
Einer der sechs vom Naturwanderpark delux angelegten Felsenwege im Felsenland Südeifel führt von Bollendorf über die Grenze nach Beaufort. Ein...
2012 wurde bei Bollendorf in der Südeifel ein Märchenpfad eröffnet. Die kurze Strecke führt durch die wilde und schöne Landschaft des Felsenlands...