Auf halber Strecke von Höhr-Grenzhausen nach Ransbach-Baumbach liegt direkt an der Kannenbäckerstraße der kleine Ort Hilgert, das Zentrum der Pfeifenbäcker.
Im Dreißigjährigen Krieg (1618-48) verbreitete sich vor allem durch pfälzische Truppen das Tabakrauchen. Der Bedarf für Tonpfeifen – damals die einzige Art des Konsums – stieg. Ursprünglich wurden Pfeifen von Töpfern in Köln hergestellt. Doch dann brachten kölnische Händler Formen mit ins Kannenbäckerland und ließen dort arbeiten. In Hilgert gab es 1734 erst einen Tonpfeifenbäcker. 1875 waren es bereits 38 und 1894 wurden sogar 42 Betriebe mit 140 Beschäftigten gezählt. Dann allerdings wichen die klassischen Tonpfeifen den Zigarren, Zigaretten und Holzpfeifen, so dass 1961 nur noch 16 Pfeifenbäcker in Hilgert arbeiteten.
Einige Betriebe sattelten aber auch schon früh auf die Produktion von Spielwaren um, die ebenfalls aus weißem Ton hergestellt wurden. Diese Spielwaren wurden dann meist nach dem Brennen mit Lackfarben bunt bemalt. 1977 gab es noch fünf solcher Kleinbetriebe. Doch zum Jahrtausendwechsel lohnte sich das nicht mehr. Heute wird die Pfeifenbäckerei nur noch privat betrieben, etwa von den Enkeln des Pfeifenbäckers W.A. Simonis. Diese handgefertigten Tonpfeifen sind eine Rarität und bei Genießern wie Sammlern sehr beliebt.
Die Aktionsgemeinschaft Freundliche Umwelt Hilgert e.V. (AGFU) hat vor einigen Jahren einen etwa 7 km langen Rundwanderweg um Hilgert angelegt. Der...
Westlich von Ransbach-Baumbach liegt die kleine Ortschaft Hundsdorf. Hier in Hundsdorf startet einer der vielen ausgewiesenen RB Wanderwege, um die...