Nümbrecht ist ein heilklimatischer Kurort rund 40km östlich von Köln im Bergischen Land. Eine der zahlreichen Wandertouren in Nümbrecht ist mit einem weißen Kreis markiert und beginnt am Wanderparkplatz am Kurpark in Nümbrecht (im Navi gibt man Linchenweg ein, dann kommt man direkt zum Parkplatz an der Ecke Weiherstraße).
Die ausgeschilderte Route leitet parallel zum Kur- und Erholungspark Nümbrecht über eine befestigte Straße. Man kann aber genauso gut durch den Kurpark spazieren und an der Rhein-Sieg-Klinik wieder auf die Höhenstraße einbiegen.
Hinter der Klinik geht es hinaus aus Nümbrecht. Wir nehmen Kurs auf die kleinen Hexenweiher. Ihren Namen verdanken die beiden Weiher dem Gerücht, dass hier im Mittelalter Hexenproben durchgeführt wurden. Eine Hexenprobe ist Verfahren, mit dem man herausfinden wollte, ob eine Angeklagte tatsächlich Hexe sei. Mit gefesselten Füßen und Händen warf man die Angeklagte in einen Teich. Konnte sie sich über Wasser halten, war sie der Hexerei überführt und wurde verbrannt. Wenn nicht, was sie rehabilitiert und ertrunken.
Von den Hexenweiher führt die Wanderstrecke über Distelkamp nach Malzhagen und weiter nach Ödinghausen, bevor sich die Runde im Nümbrechter Ortskern wieder schließt. Hier passiert man noch die evangelische Kirche, deren Kern aufs 10. Jahrhundert zurückgeht. Markante Merkmale des heutigen Gebäudes sind der wuchtige romanische Turm, die schweren mittelalterlichen Pfeiler, der gotische Chor, das flache Gewölbe aus dem 17. Jahrhundert und die barocke Turmhaube sowie die ebenfalls barocke Kanzel, das Taufbecken und der Altar.
Die Wasserprobe mit kaltem Wasser (iudicium aquae frigidae) wurde vermutlich von Papst Eugen II. (824–827) eingeführt. Die Angeklagten wurden über Kreuz gefesselt und mit einem Seil sitzend in einen Teich oder ein ähnliches Gewässer heruntergelassen oder hineingeworfen. Dies mit der Gebetsformel: „Lass das Wasser nicht empfangen den Körper dessen, der vom Gewicht des Guten befreit durch den Wind der Ungerechtigkeit emporgetragen wird.“ Falls die Angeklagten oben schwammen, galt dies als Beweis für Hexerei, doch wenn die untergingen, galt das nicht als Gegenbeweis, da dies immer noch als Ausnahme gewertet werden konnte.
Bildnachweis (attribution, via Wikimedia Commons): 1 by Roland Steinebach; 2 by Sebastian Hirsch [CC-BY-SA-3.0]
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